Coastal Regatta Flensburg

19 . Aug. 2023

Coastalrudern können wir – das haben wir bereits in Bremerhaven bewiesen. Und Spaß macht es obendrein. So kam es, dass sich nicht lange nach dieser Regatta die Frage stellte, ob wir auch am 19.08.2023 in Flensburg starten wollen. Schnell fanden sich die üblichen Verdächtigen zusammen und fuhren zu siebt zur nächsten Coastalregatta, auf der die meisten erst zum zweiten oder dritten Mal im Coastalboot sitzen sollten.

Die Fahrt quer durch Schleswig-Holstein fühlte sich trotz Stau überraschend kurz an und erst in Flensburg angekommen wurde uns klar, wie nördlich wir eigentlich unterwegs sind: dänische Willkommensgrüße, dänische Werbung am Supermarkt und ein dänisches Weinkontor. Aber auch wenn wir weit weggefahren sind, fühlten wir uns bei dem Wetter gleich wieder wie zu Hause… ein bisschen Nieselregen und ne Menge Nebel, der im Laufe des Tages zum Glück aufklaren sollte. Dazu kam der Wind, der schöne Wellen über die Flensburger Förde schob. Die Stimmung konnte uns das Wetter trotzdem nicht vermiesen, denn „Immerhin ist es nicht zu warm zum Rudern“. Und Wellen sind ja bekanntlich essenzieller Bestandteil, durch den das Coastalrudern erst richtig Spaß macht.

Bei Coastalregatten werden Sprintrennen und Langstreckenrennen gefahren. Wir haben uns wieder für die Langstrecke entschieden, die mit 6 km deutlich länger als beim letzten Mal war und drei Runden um die mit Bojen markierte Strecke bedeutete. Glücklicherweise waren nur zwei scharfe Wendemanöver nötig, alle weiteren konnten mit Steuern und ein paar Schlägen Überziehen gemeistert werden. Die Rennen entschieden sich also diesmal wirklich an den Wenden und wurden von den Steuerkünsten des Steuermanns maßgeblich beeinflusst.

Apropos Rennen: wir starteten im Männer-Einer, im Mixed-Doppelzweier, im Frauen-Doppelvierer und im Mixed-Doppelvierer. Den Anfang machten Sabrina und Torben im 2x, den sie nach einer starken Zeit von 28:31 und einem Vorsprung von 40 Sekunden auch direkt gewannen (Platz 1 von 5).

Dies war auch unser einziges Rennen am Vormittag und so warteten wir auf das Ende der Mittagspause. Etwas unfair ist es, wenn man neben dem Foodtruck sitzt, bei dem es frischen Backfisch mit Pommes gibt, man sich aber aus guten Gründen nicht kurz vor dem Rennen den Magen mit einer riesigen Portion Fish and Chips vollschlagen will. Wir blieben also vorerst bei der bewährten Regattaverpflegung: Kekse und Bananen.

Die Pause wurde vom Ruderklub Flensburger genutzt, um feierlich ihre beiden neuen Boote zu taufen: einen Rennachter und einen Coastal-Einer. Der Achter wurde auf den Namen „Einmal Flensburg, immer Flensburg“ getauft, der Coastal-Einer erhielt neben einem neuen grünen Anstrich und in Bezug auf den Hauptsponsor des Ruderklubs (Stadtwerke Flensburg) den klangvollen Namen „Einmal Glasfaser, immer Glasfaser“. Nun ja… Nach der Mittagspause stieg Torben in den 1x und musste sich nach einem anstrengenden Rennen mit einer Zeit von 32:04 auf Platz 3 von 10 seinem Langzeitrivalen geschlagen geben, womit er jedoch sein angestrebtes Ziel erreichte.

Als nächstes folgten die Viererrennen. Auch wenn Flensburg relativ groß im Coastalrudern aufgestellt ist, gab es nicht allzu viele gute Leihboote und wir konnten uns aufgrund langjähriger Kontakte den Coastalvierer vom niedersächsischen Landesverband leihen, den ein anderes Team privat mitgebracht hatte.

Zunächst fuhren Alina, Franzi, Julia und Sabrina im Frauen-Vierer an den Start. Mit Torben als Steuermann kämpften sie sich mit einer Zeit von 29:42 auf Platz 2 von 5 und mussten sich nur den Frauen von der Allemannia geschlagen geben, die zum größten Teil im letzten Jahr bei der EM Vizeeuropameisterinnen geworden sind.

Aus Mangel an einem vierten Mann fuhren wir dieses Mal nicht bei den Männer-Vierern mit, sondern legten nach einer kurzen Pause im Mixed-Vierer ab. Alina, Franzi, Max und Michel mit Steuerfrau Sabrina lieferten sich ein hartes Duell mit dem Allemannen, die sie praktisch Bug an Heck über zwei Runden vor sich hertrieben, aber aufgrund der zu kurzen Sprints zwischen den Wenden nicht überholen konnten. In den Wendepunkten waren sie immer deutlich stärker als die Allemannen und nachdem die Strategie für die letzte Runde feststand, in den drei engen Kurven anzugreifen und den Druck nochmal zu erhöhen, brach im Boot der Allemannia eine Dolle und unser Mixed-Vierer konnte einfacher als gedacht vorbeiziehen. So erreichten sie mit einer Zeit von 28:11 Platz 1 von 5.

Dieses Rennen war sogleich das letzte des Tages und nachdem sich alle trockengelegt hatten, kam die Siegerehrung. Im Gegensatz zu bisherigen Coastal Regatten, gab es hier vergleichsweise viele Starter und es war die WM-Qualifikation, sodass jeweils die Plätze 1-3 mit Medaillen und einem Handtuch – natürlich im Sponsorengrün – geehrt wurden. Somit standen wir bei jedem, von uns mitgefahrenen Rennen, auf dem Treppchen und nahmen bis zu 3 Handtücher und Medaillen pro Person mit. Ein sehr erfolgreicher Regattatag! Dabei können wir sicherlich nicht abstreiten, dass der geliehene Vierer nicht unwesentlich zu diesem Erfolg beigetragen hat, daher nochmal an dieser Stelle einen herzlichen Dank für die Leihgabe.

Theoretisch haben wir uns so für die Coastal Rowing WM in Italien qualifiziert. Da unser Regattakalender sowieso schon so voll ist, es ein wahnsinniger zeitlicher und finanzieller Aufwand ist und am gleichen Wochenende der Rheinmarathon stattfindet, lassen wir die WM zumindest in diesem  Jahr aus – man muss halt Prioritäten setzen.

P.S.: Am Ende des Regattatages darf natürlich der Spielplatzbesuch nicht fehlen.

Geschrieben von Michel

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