Elfsteden Roeimarathon 2024

10 . Mai. 2024

Wenn andere sich den Bollerwagen schnappen, um auf Vatertagstour zu gehen, schnappen wir uns zwei Gig-Zweier und fahren nach Leeuwarden, um 210 km auf den Kanälen der Niederlande zu rudern.

Auch in diesem Jahr stand am Vatertagswochenende (09. – 12.05.2024) wieder der Elfsteden Roeimarathon an. Die Teams bestehen aus 12 Personen und während 2 Ruderer und eine Steuerperson im Boot sitzen, fahren die anderen 9 im Auto zur nächsten Wechselstelle. Insgesamt werden so 25 Etappen hinter sich gebracht.

In diesem Jahr starteten wir mit 2 Teams. Das eine hauptsächlich bestehend aus RCSlern, die von ein paar Berlinern (RC Turbine Grünau) unterstützt wurden. Das andere eine wilde Mischung aus (ehemaligen) RCSlern, Bremern, und vielen anderen Vereinen mit dem Ziel, den Sieg in der Mixed-Kategorie zu holen.

Nach wochenlanger Vorbereitung konnte es am Donnerstag Morgen endlich losgehen. Die Hinfahrt mit kleinem Zwischenstopp in Bremen, um dort ein weiteres Boot, einen weiteren 9-Sitzer und die restliche Mannschaft einzusammeln, verlief ohne besondere Vorkommnisse, sodass direkt nach Ankunft in den Niederlanden der Hänger und die Autos entladen werden konnten. Das Gemeinschaftszelt und die vielen kleinen Privatzelte wurden aufgebaut und nach einem kurzen Einkauf wurde schon mit der Zubereitung des Abendessens begonnen. Gleichzeitig wurden die Boote für den Marathon vorbereitet. Licht, Pumpen, Abdeckungen und weitere Dinge fanden nach und nach ihren Platz in den Booten.

Da alles so reibungslos lief, konnte sich schon früh bei Wraps gestärkt werden und der vorerst letzte entspannte Abend konnte bei Kaltgetränken ausklingen. Die nächsten Tage sollten schließlich anstrengend genug werden.

Flagge zeigen in Allermöhe

Pünktlich um 8:30 Uhr war das Frühstück fertig und alle hatten sich aus ihren Schlafsäcken geschält. Kurz für den Tag gestärkt, dann der Abwasch und schließlich wurde das große Geheimnis gelüftet: Die T-Shirts für dieses Jahr. Da das durchmischte Team dieses Jahr auf Team-Shirts verzichtete, gab es ganz neue Möglichkeiten bei der Gestaltung. Passend zum Teamnamen “The Rowing Stones” sollte das Design an ein Bandshirt angelehnt werden. Also großes Logo auf der Vorderseite und die Tourdaten/Wechselstellen auf dem Rücken. Natürlich durfte auch die traditionelle Karte des Elfsteden Roeimarathon nicht fehlen.

Dabei herausgekommen ist ein bordeaux-farbendenes Shirt mit reflektierendem Druck. Die gängigen Neonfarben wurden bereits in den letzten Jahren aufgebraucht und vor Ort hatten sich neonfarbene T-Shirts schon sehr weit verbreitet, sodass solche Shirts längst kein eindeutiges Erkennungszeichen mehr waren. Wie sich später jedoch rausstellte, waren unsere Shirts in diesem Jahr sehr eindeutig erkennbar, denn wir konnten weder bordeaux, noch Reflexdruck bei irgendeinem anderen Team finden.

Kaum waren die Shirts verteilt, durften sich die ersten 6 Personen auch schon warmrudern bzw. warmsteuern. Unser Campingplatz der letzten Jahre wurde inzwischen vollständig zu einer Flüchtlingsunterkunft umgebaut und wir mussten auf einen nahegelegenen, aber sehr idyllischen Platz ausweichen. Die Bedingungen für das Wechseltraining waren dort jedoch nicht optimal, sodass wir die beiden Boote bereits am Vormittag zum Ruderverein Wetterwille ruderten. Da dort auch die Bootsabnahme stattfand und die Wechselbedingungen deutlich besser sind, wurden quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die restlichen Leute durften sich schon mal in den beiden 9-Sitzern auf die bevorstehende Tour einstimmen.

Beim ausführlichen Wechseltraining lernten vor allem die neuen Teammitglieder, wie ein schneller und effizienter, aber vor allem sicherer Wechsel funktioniert und was beim Heranziehen und Abstoßen des Boots an der Wechselstelle besonders wichtig ist. Außerdem wurden die Stemmbretteinstellungen festgelegt, die die gesamte Tour über nicht mehr verändert werden sollten.

Flagge zeigen in Allermöhe

Bis hier hin lagen wir auch ganz gut im Zeitplan, sodass es so aussah, als könnten wir dieses Jahr wirklich das seit 3 Jahren geplante Teambuilding umsetzen. Tja, falsch gedacht. Viele kleine, aber sinnvolle Änderungen an den Booten verschlungen die Zeit und es wurde sich – mal wieder – für die Vorbereitung des Mittagessens und gegen das Teambuilding entschieden.

Die ersten 18 Leute fuhren also wieder zurück zum Campingplatz und bereiteten das Essen vor, während die anderen 6 die Anmeldung erledigten und in der Sonne sitzend auf die Bootsabnahme warteten. Stunden später war auch die ohne Mängel geschafft und die 7 (6+1 Fahrer) kamen pünktlich zum Mittagsessen – um 15 Uhr – am Campingplatz wieder an.

Es folgten Abwasch, Essen für die Tour vorbereiten, Teambesprechung, Sachen packen, Autos packen und viele weitere Kleinigkeiten, die die Zeit bis zum Start wie im Fluge vergingen ließen. An eine Mütze Schlaf war nicht zu denken.

Nachdem die ersten 6 wieder zum Verein Wetterwille zur Obleutebesprechung vorfuhren, kamen auch alle anderen gegen 19 Uhr dort an. Kurz die Neuigkeiten aus der Obleutebesprechung mit dem Team geteilt, die letzten Kleinigkeiten am Boot vorbereitet und schon gab es kein Zurück mehr. Beide Boote wurden zum Start gerudert, während die anderen in den beiden 9-Sitzern ebenfalls dorthin fuhren.

Flagge zeigen in Allermöhe

Lange musste das Team “Das Telefonboot” nicht auf den Start warten, denn sie konnten sich mit dem 5. Platz im Vorjahr die Startnummer 2 ergattern.

Das Team “The Rowing Stones” durfte sich zunächst zurücklehnen und einige Boote beim Start beobachten, bis dann auch sie als das 44. Team die Tour beginnen durften. Kurzer Jubel vom Team fürs Boot, dann ging es auch schon zügig zurück zum Auto, denn der erste Wechsel stand schon bald an.

Die erste Etappe ist jedes Jahr wieder ein Highlight. Man wird zwar von dem ein oder anderen Boot überholt, kann dafür aber auch sehr viele andere Boote überholen und den Grundstein in der Platzierung legen.

Recht schnell waren die Gegner vom Telefonboot bekannt, die Startnummer 4 und 19. Da beide Teams in anderen Kategorien starteten, stand dem Ziel den Sieg in der Mixed-Kategorie erstmal nichts im Wege, so lange nicht im weiteren Verlauf ein anderes Mixed-Team ihren Weg an die Spitze findet.

Flagge zeigen in Allermöhe

Die Gegner der Rowing Stones variierten immer mal wieder, doch nach einer gewissen Zeit sah man die gleichen Gesichter an den Wechselstellen immer wieder. Der Vorteil zwischen vielen anderen Booten zu fahren, ist natürlich, dass auf jeder Etappe die Chance besteht Boote zu überholen oder andere Boote nicht vorbei zu lassen. Das motiviert ungemein! Nachteil ist natürlich, dass die Wechselstellen teilweise sehr voll sind und es auch mal zu Stau und Wartezeiten kommt, wenn mehrere Boote etwa gleichzeitig ankommen.

Stunde um Stunde verging und so langsam hatte jeder seine Aufgabe gefunden und sich eingegrooved.

Bei angenehmen Temperaturen und mäßigem Wind kamen beide Teams dem Ziel immer näher.

Flagge zeigen in Allermöhe

Das Telefonboot-Team konnte sich schließlich bis zum Ende auf Platz 3 halten und somit die Mixed-Kategorie mit einer Zeit von 18 Stunden und 50 Minuten gewinnen. Kaum im Ziel angekommen, folgte auch schon die Siegerehrung, bei der sie einen Wanderpokal gewannen, den sie leider nicht mit nach Hause nehmen durften. Ein Erinnerungsfoto und die Medaillen müssen reichen.

Während sich das Telefonboot duschen ging, das Boot wieder abriggerte und sich am Verein Wetterwille stärkte, kämpften sich die Rowing Stones über die letzten Etappen des Marathons. Ihre Platzierung lag laut offiziellem Tracking immer irgendwo zwischen Platz 22 und 26. Vor der letzten Etappe waren sie auf Platz 24. Die Motivation war also hoch, doch noch einen oder vielleicht sogar zwei Plätze gut machen zu können. Und tatsächlich, kurz nach dem Start der Etappe wechselte ein vor ihnen fahrendes Boot die Mannschaft aus und sie konnten überholen. Der Abstand wuchs und damit auch die Motivation. In weiter Ferne waren einige weitere Boote erkennbar, doch diese noch einzuholen, war leider unrealistisch. Viele Brücken, Kurven und einige letzte Kämpfe gegen den Gegenwind später das Unfassbare: Sie konnten bis auf ca. 200 Meter auf zwei vorfahrende Boote aufschließen. Und schließlich war sie endlich da – die Zielgerade! Kurz vor dem Zielsteg war die restliche Mannschaft zum letzten Anfeuern bereit und mit letzter Kraft wurde die Ziellinie nach 21 Stunden und 14 Minuten überfahren. Der Blick auf die Platzierung lohnte sich schließlich doppelt: Platz 22! Zwei Plätze konnten auf der letzten Etappe gut gemacht werden. Vielleicht wollten wir unterbewusst auch einfach die Reihe der Schnapszahlen vervollständigen: Als 44. Boot von 88 Booten gestartet und als 22. Boot ins Ziel gekommen.

Während die Rowing Stones noch erschöpft ihren Erfolg genossen und Medaillen und Kuchen verteilten, war dem Telefonboot scheinbar langweilig geworden, denn sie waren sehr motiviert auch das zweite Boote zurück zum Campingplatz zu rudern und es dort abzuriggern. Dazu sagten die Rowing Stones natürlich nicht nein und stärkten sich ebenfalls beim Verein Wetterwille, bevor es wieder zurück zum Campingplatz ging. Dort angekommen wurde noch schnell der Bus leer geräumt, Klamotten wieder auseinander sortiert und wer noch/wieder fit genug war, ließ den Abend bei kühlen Getränken ausklingen.

Am nächsten Morgen ging es direkt um 8:30 Uhr wieder los. Frühstücken, Abwaschen, Zelte abbauen, Hänger und Autos beladen und die ersten Leute zur Bahn bringen.

Das Telefonboot fuhr mit Zwischenstopp in Bremen direkt zurück nach Hamburg. Die Rowing Stones kauften noch kurz die niederländische Leckereien ein und machten einen Zwischenstopp zum Frikandel-Essen. Der Frikandel-Katamaran gehört einfach zum Elfsteden Roeimarathon dazu!

Flagge zeigen in Allermöhe

In Hamburg angekommen, wurde wieder alles entladen und die Reste aufgeteilt, bis schließlich alle erschöpft aber glücklich in ihr heimisches Bett fallen konnten.

Geschrieben von Franziska Zieske

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