Elfsteden Roeimarathon Leeuwarden

21 . Jan. 2023

210 km Regatta am Stück

Welche Gewichtung dieser Satz hat, lernten die erstmals am Elfsteden Roeimarathon in den Niederlanden Teilnehmenden in einem wahrlichen Marathon für Körper und Geist kennen. Selbst die erfahrenen Hasen freuten sich schmunzelnd auf die Regatta, wohlwissend, was auf sie zu kommt. Daher waren die Neulinge – inklusive mir – frohen Mutes.

Nach gründlicher Planung und Vorarbeit ging es am Vatertag aufwärts in Richtung Niederlande. Bereits vor der Zusammenkunft am Ruderverein kam eine kleine Hiobsbotschaft: eines der Mietfahrzeuge wurde demoliert. Die Scheibe der Schiebetür war eingeschlagen. Nach polizeilicher Aufnahme und anschließender handwerklicher Arbeit von Torben und Julian war die fehlende Scheibe durch ein Konstrukt aus Sperrholzbrettern und Tape ersetzt.

Die beiden Teams 2022 und ihre Erkennungstafeln

Eingepackt hatten wir drei Gig-Boote und jede Menge gute Laune. Zwei dieser Boote gingen für unseren Verein an den Start und eines für den RC Bergedorf, mit denen wir dieses verlängerte Wochenende gemeinsam durchführten.
Die Autofahrt nach Holland verlief problemlos und ging schnell vorüber. Kurz nach der Ankunft wurden fix die Zelte aufgebaut und die Boote vorbereitet. Es galt, die Nachttauglichkeit herzustellen, sowie weitere Hilfsmittel, wie Pumpe, Auslegerschutz, etc. anzubringen. Dem kalten Wind und gelegentlichen Regen trotzten wir mit leckerem Essen und legten uns bei Zeit schlafen.

Der Tag der Regatta.

Bis zum offiziellen Start um 20:00 Uhr in Leeuwarden hatten wir Zeit, die Boote fertig zu stellen und das richtige Wechseln zu üben. Gerudert wird etappenweise mit etwa 6-12km pro Etappe. Dann wird die Mannschaft ausgewechselt, welche sich für ein paar Stunden erholen darf, bis die einzelnen Personen wieder eingeteilt werden. Das Anlegen, Tauschen der Mannschaft und erneute Ablegen erfordert gute Koordination und Konzentration, um möglichst wenig Zeit zu verlieren. Wegen des angekündigten Sturmes wurde die Route vom Veranstalter auf eine etwa 180km lange Strecke gekürzt, was den Anspruch an das Unterfangen aber wohl kaum minderte.

Nach erfolgreichem Wechseltraining stieg die Spannung zum Startzeitpunkt hin kontinuierlich an. Mit den Startnummern 9 und 14 gingen unsere Teams „Sind wir bald da?“ als Mixed-Team und „Die drei Fragezeichen und das Geheimnis der elf Städte“ als Tour-Team ins Rennen. Damit das Boot auch im Dunkeln das Landteam erkennen und ansteuern kann, benötigt man Erkennungsgegenstände. Diese haben die Teams selbst hergestellt und an ihren Gruppennamen angepasst.

Die verschönerte geflickte Scheibe

Die verschönerte geflickte Scheibe

Bei kaltem Wind und schöner Abendsonne kam das Startsignal und es hieß für uns: Vorwärts!  Auch die Landteams machten sich auf, um zügig zu den Fahrzeugen zu gelangen und die erste Wechselstelle zu erreichen. Die nächsten Wechselmanöver konnten bei Restlicht noch gut durchgeführt werden. Für die Pausierenden gab es Zeit, sich zu erholen und etwas zu essen. Mit Bananen, geschmierten Broten und Müsliriegeln wurden die Energiespeicher wieder aufgefüllt.
In der Nacht blieben beide Teams größtenteils vom Regen verschont. An einer Wechselstelle hatte eine vereinzelte Regenwolke jedoch gezeigt, was alles in ihr steckt. Der Müdigkeit mussten wir langsam nachgeben und es wurde ruhig im Auto. Die Anstrengung war bei allen zu spüren. Die Erschöpfung und schwindende Motivation wurden bald von der aufgehenden Sonne verdrängt. Ein wahrlich schöner Anblick, durch die Kanäle zu rudern, umgeben von Schilf, Natur und angenehmer Ruhe. Die ersten zwitschernden Vögel leiteten den neuen Tag ein.

„Die Tücken sind die Brücken“, könnte man sagen. Die Mannschaften mussten situationsbedingt die Skulls lang machen und sich hinlegen, um sich bei der Durchfahrt unter manch einer Brücke nicht die Köpfe zu stoßen. Auch einige Wechselstellen wiesen durch ihren großen Abstand zur Wasseroberfläche oder dichten Uferbewuchs einen hohen Schwierigkeitsgrad auf. Das sah teilweise sehr akrobatisch aus. Mit letzten Reserven ging es in den Endspurt. Die Ziellinie in Leeuwarden zum Greifen nah, hieß es noch ein letztes Mal: Alles geben! Jubelnd, insofern es die Kraft zuließ, haben wir unsere Boote empfangen.

Das Ergebnis: Nach einer Zeit von 17:54h hat das Team „Sind wir bald da?“ die Ziellinie überquert und es als drittes von insgesamt 71 gestarteten Booten ins Ziel geschafft. Mit gerade einmal 8 Minuten Rückstand nach dem Bonner Tour-Team können wir stolz auf unsere Leistung als „Mixed-Mannschaft“ zurückblicken. Mit einer ebenfalls starken Leistung von 18:42h hat sich das Team der drei Fragezeichen auf Position 10 platziert.

Das Abbauen am Sonntagmorgen ging flott. Erschöpft, aber fröhlich traten wir die Heimreise an. Trotz mancher Unglücke mit den Fahrzeugen, sind die Boote und – viel wichtiger – die Mannschaften, heil geblieben. Auch wenn manchmal die Nerven blank lagen und es zu Spannungen zwischen den Gruppen kam, blicken wir auf eine interessante Erfahrung und freuen uns aufs nächste Jahr.

Geschrieben von Philipp Wieland 26.05.-29.05.2022

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