Ruder-Club Süderelbe » Berichte » 14_10_03 Rheinmarathon

Rheinmarathon

Am 3.10.2014 ging es für uns los Richtung Rheinland, um zum dritten Mal den Rhein zu berudern und die 42 km in Bestzeit zu bewältigen.

Dafür stellten wir einen Riemen-Vierer mit Erik, Patrick, Felix, Birger und Lukas F. (im weiteren Verlauf aufgrund von Doppelbelegung des Namens auch als Ben bezeichnet) als Steuermann und einen Doppel-Vierer mit Jana, Manuela, Guido und Björn und Lukas B. als gemischte Steuerleute. Auch Inken war als Steuerfrau des berühmt-berüchtigten Halupczok-Vierers mit am Start.

Angekommen im wunderschönen Leverkusen stellten wir zuerst fest, dass dieses kleine Städtchen eigentlich nur aus dem Bayer-Werk und dem Ruderverein bestand. Dort waren auch schon viele Mannschaften plus Boote angekommen und nachdem wir unser Gepäck in der Turnhalle verstaut hatten, machten wir uns auf, die Boote rheintauglich zu gestalten. Der Riemen-Vierer hatte als Boot Neuland dabei und die Mannschaft des Doppel-Vierers würde in Elbe den Rhein bezwingen. Wie sich jedoch bei Elbe herausstellte, war der eingepackte Stahlring als Wellenbrecher nicht der Richtige und somit wurde eine ingenieurstechnisch ausgefeilte Konstruktion mithilfe eines Maulschlüssels, einer Poolnudel und etlichen Metern an Klebeband ausgetüftelt. Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen!

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Anschließend ging es zur Stärkung für den nächsten Tag in ein angesagtes amerikanisches Restaurant. Dort angekommen, stellten wir fest, dass wohl das halbe Rheinland dort auch essen wollte. Zum Glück aber hatte Patrick reserviert und so konnten wir ohne Sorge auf eine sättigende Mahlzeit hoffen. Auf der Speisekarte standen auch diverse Burger-, Schnitzel- und Pizzagerichte, sodass jeder zum Zuge kam. Gegen 22 Uhr abends machten wir uns dann wieder auf den Rückweg, um noch eine gehörige Mütze Schlaf zu bekommen. Für Felix stellte sich diese Nacht leider nicht ganz so erholsam dar, da Manu von einem Flugzeugabsturz träumte und im Schlaf um sich schlug und trat und erst aufwachte, als Felix bedenklich anfing zu quietschen.

Am nächsten Tag standen wir alle gegen 8 Uhr auf, um zu frühstücken und die Boote gänzlich vorzubereiten. Bei Elbe stellte sich dabei schließlich noch heraus, dass das Boot komplett falsch eingestellt war und sich somit das frühe Aufstehen gelohnt hatte. Gegen 11 Uhr ging es dann schließlich auch für unsere beiden Teams an den Start. Im Gegensatz zu den letzten Jahren war der Rhein dieses Mal relativ ruhig und so hielten beide Boote den Wellen stand. Nur die Doppel-Vierer-Crew musste mit einer großen Welle kämpfen, sodass Manu und Guido einmal komplett geduscht wurden. Nichtsdestotrotz waren die 42 km sehr hart. Die ersten 20 vergingen noch wie im Flug und beide Teams hatten ihren Spaß. Danach fingen die Hände an zu schmerzen und die Rollsitze waren auch nicht mehr so bequem. Die letzten 12 km waren schließlich nur bestimmt von Schmerz, Kampf und dem starken Wunsch nach einem kühlen Bier. Und so zog man sich mit allerletzter Kraft ins Ziel, wo auch schon genug Helfer warteten, um das Boot aus dem Wasser zu hieven und anschließend zur Abstellwiese zu rollen. Dort wartete schon das kühle Düsseldorfer Alt auf uns und freundlicherweise hatten Manus Eltern einen kühlen Kasten Bochumer Fiege Pilz besorgt, worüber sich alle sehr freuten. Insgesamt schaffte es unser Riemen-Vierer gegen sehr harte Konkurrenz aus u.a. Irland und Ulm auf einen hart erkämpften 8. Platz und auch der Doppel-Vierer freute sich über den verdienten 4. Platz, dicht gefolgt vom Halupczok-Vierer auf dem 5. Platz.

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Nach der Siegerehrung ging es auf den Rückweg zum Leverkusener Vereinsheim, wo wir noch eine Nacht blieben, um das Nachtleben von Köln zu testen. Im Vereinsheim zauberte uns die nette Köchin noch eine ordentliche und leckere Portion Spaghetti und versprach uns, uns auch noch spät in der Nacht die Türen zu öffnen. So erkundeten wir Hamburger die Kölner Bier-Kultur in einem traditionellen Brauhaus und zogen nach einer kleinen Bierpause am Rheinufer noch weiter Richtung Zülpicher Straße, laut Patrick eine der angesagtesten Orte für junge Leute zum Feiern. Nach einer weiteren Cocktail-Runde spürten wir allerdings langsam die Erschöpfung der 42 Rheinkilometer und fuhren glückselig zurück nach Leverkusen (natürlich mit der S-Bahn).

Am Sonntag stand somit schließlich die Abfahrt an, mit schmerzenden Gliedern und einem vor Kopfschmerzen jammernden Ben („Ich glaube, ich vertrage kein Kölsch“). Nach einer noch sehr herzlichen Verabschiedung unserer Herbergs-Frau, die uns quasi verpflichtete, an Karneval wiederzukommen, ging es schließlich wieder zurück Richtung Heimat Hamburg. Als Fazit können wir nur alle sagen, dass es sich unglaublich gelohnt hat, welches sowohl an dem harten Rennen als auch, und vor allem, an der tollen Gemeinschaft lag, und wir nächstes Jahr auch auf jeden Fall wieder dabei sein werden!

Manuela Kanitz