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Fari-Cup am 02.11.2014

Wie schon in den Jahren zuvor, machten wir uns auch dieses Jahr als Saisonabschluss auf zum Fari-Cup auf die Alster. Die Teams bildeten sich recht kurzfristig, daher ging es ohne ausgiebiges Training an den Start. Unsere Achtercrew saß erst vor Ort gemeinsam im Boot, obwohl es galt den Titel "Schnellster Uni-Achter" des Vorjahres zu verteidigen. Auch das Rennviererteam um Jana hatte sich erst einen Tag vor der Regatta vervollständigt, nachdem noch kurzfristig ein Ruderer vom Ruderclub Allemania fürs Team gefunden war. Ebenfalls am Start war ein Gig-Vierer mit vier Studenten der Uni Kiel, die in einem unserer Gig-Vierer ruderten und von Henning über die 4,5 km gesteuert wurden.

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Nach dem diesjährigen Abrudern wurden die letzten Boote abgeriggert und verladen. Am Sonntagmorgen ging es dann gegen 8.00 Uhr für die meisten von uns per S-Bahn Richtung Außenalster zur Fari. Lukas hatte sich dankenswerterweise bereit erklärt, das Auto von seiner Mutter zu besorgen, um den Hänger zu ziehen. Als alle vor Ort waren machten wir uns daran die Boote aufzuriggern. Leider stellte sich dabei heraus, dass das Steuer des Achters im RCS zurückgeblieben war. Dieses Missgeschick passte perfekt zur diesjährigen, etwas maroden Regattavorbereitung auf dem Wasser. So machten sich Lukas und Erik schnell auf den Weg zurück nach Harburg, um rechtzeitig zum Ablegen wieder zurück zu sein. (Wir hoffen, dass Lukas dabei nicht allzu viele Strafmandate und Punkte in Flensburg gesammelt hat … ansonsten freut sich seine Mutter über reichlich Post  ;)

Die Vierer ruderten währenddessen schon die 4,5 km bis zu deren Start. Der Rennvierer legte nach einiger Wartezeit einen guten Start hin und wurde von seiner Steuerfrau Lea sofort zu Höchstleistungen angetrieben. Da das Boot buggesteuert war, hätte Lea schwer zu verstehen sein können, doch das Gegenteil war der Fall. Lea legte sich sehr ins Zeug und erschreckte unterwegs mit ihren 10er Ansagen einige Kanuten.

Am Übergang vom Kanal zur Alster wurde der Vierer leider von einem gegnerischen Boot aufgrund eines Steuerfehlers abgedrängt und schließlich am Heck regelrecht überfahren. Die daraus resultierenden Steuerprobleme (das Steuer war herausgesprungen) führten dazu, dass sie  noch gefährlich nahe an ein weiteres Boot herankamen. Auf der Zielgeraden überholten sie trotz der Steuerprobleme noch einen Gig-Vierer und kamen nach 21:14 min und 4,5km als Dritte ins Ziel.

Unser Achter legte dann eine gute halbe Stunde später nach den Vierern als allerletztes Boot ab und ruderte die 7,5 km zum Start nahe der Ohlsdorfer Schleuse. Auf dem Weg dorthin wurden noch die Rennschläge ausprobiert. Während des ersten Zehners gab es beim fünften Schlag einen dumpfen Knall.  Mein Riemen hatte einer tollkühnen Ente, die sich auf Steuerbordseite unserem Boot genähert hatte, einen ordentlichen Schlag gegen den Schädel verpasst. Lukas malträtierte sie  dann mit seinem Blatt nochmals, sodass sie halb ausgenockt und taumelnd das Weite suchte. Sie schien ziemlich zerstört zu sein, denn das gelang nur recht mühselig. Inken zeigte sich von diesem Zwischenfall keineswegs geschockt: „Ich stoppe nicht für Enten – außer vielleicht  für Entenküken!“ Ihre gleichgültige Haltung sorgte noch für ein wenig Diskussionsbedarf im gesamten Boot bis wir uns dann wieder voll auf unseren Schlag konzentrierten. Nach zwei weiteren Zehnern waren wir dann so gut es eben ging aufeinander abgestimmt, sodass es dann nach den Starts aller Renn- und Doppelachter zügig auf die Strecke gehen konnte. Das Boot lief trotz der kurzen Eingewöhnungszeit  recht gut und nun galt es die Schlagzahl von 27-28 über die gesamte Strecke zu halten. Unsere Steuerfrau Inken heizte uns gut ein, sodass wir bereits kurz vor der Außenalster schon bis auf eine Bootslänge auf das 30 s vor uns gestartete Boot der Allemania heran gerudert waren. Nun hieß es für unsere Steuerfrau den richtigen Moment abzuwarten, um den Gegner zu überholen. Dies erwies sich zunächst als gar nicht so einfach, da die Allemannen gut gegen hielten. Doch dann hatten wir sie und zogen Meter für Meter am gegnerischen Boot vorbei.

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Angepeitscht von unserer Steuerfrau Inken ging es dann die letzten 2000 m bis zum Ziel. Anders als im letzten Jahr hatten wir recht wenig Gegenwind, aber es schmerzte auch so schon gewaltig. Nun hieß es Kopf ausschalten und zusammen das Ding zu Ende zu rudern. Die Schlagzahl wurde nochmal erhöht und letzte Kraftreserven aufgebraucht. So überholten wir kurz vorm Ziel noch einen Alsterdampfer, überquerten in einer Zeit von 30:57 min die Ziellinie und waren sehr zufrieden mit diesem Resultat. Später stellte sich jedoch heraus, dass es anders als im Vorjahr keine eigene Uni-Wertung im Gig-Bereich gibt. Diese hätten wir mit einem riesigen Abstand von 2:23 min locker für uns entschieden. So reichte es dann leider mit einem Abstand von 25 s auf den Erstplatzierten nicht für den 1. Platz in der offenen Gig-Achterklasse.
Henning steuerte eine Crew der befreundeten Kieler Studenten und passierte mit seinem Boot nach 21:41 min die Ziellinie vor der Fari.

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Nach dem Anlegen aller Boote wurde geriggert und der Hänger für den Rücktransport verladen. Anschließend ging es dann nach dem Genuss von einigen Duschpils auf die Dachterrasse der Fari, um der Siegerehrung bei dem einen oder anderen Bier zu verfolgen. Leider ging es in diesem Jahr ohne Medaillen für uns zurück zum RCS, wo wir gemeinsam mit den vier Kielern nach dem Riggern Bolognese a la Henning verspeisten. Alles in allem war es wieder mal ein schönes Event, das mit Sicherheit im nächsten Jahr wieder auf dem Terminkalender stehen wird. Dann hoffentlich noch mit dem einen oder anderen Boot mehr aus unseren Reihen.

Bericht von Finn