Ruder-Club Süderelbe » Berichte » 14_05_30 Leeuwarden

Elfsteden Roeimarathon 2014

Am Himmelfahrtswochenende war es auch 2014 wieder so weit: Nein, keine Vatertagstour, sondern der Elfsteden Roeimarathon – mit 210 km durch 11 Städte in den Niederlanden.

Wir haben mit Verstärkung aus Lehrte/Sehnde (RGF) drei Boote mit insgesamt 33 Teilnehmern in die Niederlande geschickt. Da wir bereits am Donnerstag angereist sind, konnten wir uns hervorragend fernab von allem Trubel (und den Versorgungseinrichtungen…) auf dem Zeltplatz einrichten und haben unser Lager bei Wurst und Bier eingeweiht.

Bei immer schöner und trockener werdendem Wetter haben wir am Freitag alle Boote (2x+) ausgerüstet. Das bedeutet, die Wellenbrecher zu verstärken, zwischen den Auslegern Folie zu spannen, Pumpen installieren, Startnummern aufkleben, Auftriebskörper installieren und so weiter. Das Rennen wurde am Freitag Abend um 20 Uhr gestartet und unsere drei spitzen Teams waren am Start:

Das Team Bananaphone fuhr in Trave in der Mixed-Wertung mit den Rudernen Birte, Manu, Sonja, Lena, Frauke, Inken, Erik, Ingo, Torben, Yannick, Guido und Kai.

Das zweite Team Newkidz, ausgestattet mit dem schönen Muddebutz als Leihgabe vom RGF fuhr in der offenen Wertung: Birger, Finn, Patrick, Lukas, Johannes, Jonas, Christian, Christian, Jana, Yasmin und Karla. Unvergesslich bleiben natürlich Start und Zieldurchfahrt mit hervorragender VoKuHiLa Frisur!

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Ebenfalls in der offenen Wertung fuhr das Team „A Tönnschen“ im Boot Ostpreußen: Björn, Moritz, Rüdiger, Lukas, Matthias, Simon, Malte, Ole, Lukas, Marc, Jan. Dieses Team wurde hervorragend durch Chris als Fahrer unterstützt.

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Nach dem Startschuss haben alle Teams gleich Vollgas gegeben und die ersten 7km gerudert um an der Wechselstelle die beiden Ruderer und den Steuermann auszutauschen. Hochmotiviert, haben wir uns natürlich auch nicht von Löchern im Boot stoppen lassen. Genügend Panzertape und vor allem hilfsbereite Sportleute haben den Newkidz jede Hektik an der ersten Wechselstelle verziehen und das Boote wieder Wettkampftauglich gemacht.

In die Dämmerung hinein ging es durch kleine Kanäle, in die ersten Ortschaften, an Discos und beleuchteten Windmühlen vorbei. Die Nacht wurde immer dunkler, die Brücken immer enger und aus den Bussen mussten die Ruderer erneut ins Boot. So mancher Müdigkeitsanfall wurde mit einer Unmenge von Müsliriegeln, Kaffee und noch mehr Sport einfach ignoriert. Übrigens dient aus Nudelwasser gebrühter Kaffee hervorragend als Mineralienlieferant, dem Salz sei Dank!

Um kurz nach Mitternacht waren die Boote auf ihrer 8-förmigen Route mal wieder am Ruderclub in Leuwarden. Hier hat nun auch das dritte Boot wieder einmal die Leistungsfähigkeit von Panzertape unter Beweis gestellt. Von solchen Materialtests unbeirrt hat sich das Bananaphone inzwischen immer weiter auf dem Weg nach vorne gemacht und auch die anderen Teams haben nach Ihren Zwischenstopps wieder viele Boote zu überholen gehabt. Dieser Motivationsschub überbrückt so manche Müdigkeit morgens um 4 Uhr mitten auf dem Sloter Meer oder den vielen Kanälen.

In einer Windstillen und trockenen, aber nebeligen Nacht, sind wir in unseren drei Bullis weiter den Booten von Wechselstelle zu Wechselstelle gefolgt. Dabei sind die skurill blickenden Leuchten, Anzeigetafeln und LED-Streifen immer wieder hilfreich, um das eigenen Boot auf sich aufmerksam zu machen. Speziell im Dunkeln an der Böschung einer Schnellstraßenbrücke ist so Wechsel mitten im Pulk von Booten spannend und zum Glück gut einstudiert: Zwei Personen des Landteams fangen das fliegende Boot mit Haken ein und ziehen es an Land. Die neuen Ruderer ziehen die Bisherigen heraus und greifen mit der freien Hand nach dem Skull und werden in einer Bewegung vom Partner zurück ins Boot abgelassen.

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Die Sonne lässt sich wieder blicken, die ersten Ruderer versuchen in den Bussen zwischen den Wechselstellen ein wenig Schlaf zu finden, aber auf dem Wasser wird immer noch Hochleistungssport verlangt. Von den Steuermänner immer wieder zu voller Leistung angetrieben, nähern sich so alle Teams am Samstag Nachmittag wieder dem Ruderclub in Leuwarden und der Blaskapelle, die dort spielt.

Dabei haben unsere Teams hervorragend abgeschnitten: Bananaphone ist in der Mixed Wertung dritter von 29 Booten geworden und hat die 210km in 18 Stunden und 54 Minuten geschafft. Dies reicht zu einem sehr guten 7. Platz in der Gesamtwertung von 107 Booten. Newkidz war nach 20:02h im Ziel, was für einen guten 6. Platz von 24 Booten in der offenen Wertung gereicht hat (21. von 107). A Tönnschen war nach 21:42h im Ziel und erreicht damit den 17. Platz in der offenen Wertung (63. auf der Gesamtliste).

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Zur Krönung des Tages haben alle Teilnehmer Kuchen und Buffet genossen und sind sehr schnell in Ihre Zelte gefallen. Nach einem ausgiebigen Frühstück mit viel Vla haben wir das Zeltlager gemütlich aufgeräumt und wurden vom Besenwagen quasi rausgeputzt.

So ein Event, wie den Elfsteden Marathon mit über 100 Teams und 210 km gibt es nur einmal im Jahr und wir werden sicherlich alle im nächsten Jahr wieder daran teilnehmen.

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Johannes Kreuzer